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Fahrstil und Führerschein elektronisch kontrollieren

Fuhrparkmanager sind nicht nur in der Pflicht, wenn es um die Gültigkeit von Fahrerlaubnissen ihrer Angestellten geht. Sie müssen auch auf Wirtschaftlichkeit ihrer Flotte achten. Telematik hilft ihnen dabei.

Regelmäßige Kontrolle der Gültigkeit von Führerscheinen sämtlicher beschäftigter Fahrer, zwingende Notwendigkeit, die gesetzlich verankert ist.

Der Führerschein eines Berufsfahrers kann genauso schnell weg sein wie der eines Sonntagfahrers. Mit dem Unterschied, dass der Berufsfahrer beim Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis nicht nur wie der Sonntagsfahrer seinen Versicherungsschutz verliert – für  Vergehen des  Berufsfahrers können sogar Menschen persönlich haftbar gemacht werden, bei denen er als Fahrer in Lohn und Brot steht: Geschäftsführung und Fuhrparkmanager. Regelmäßig die Gültigkeit der Führerscheine sämtlicher beschäftigter Fahrer zu kontrollieren, ist also keine Schikane sondern zwingende Notwendigkeit, die gesetzlich verankert ist. 

Der Gesetzgeber hat Führerscheinkontrollen im Fuhrpark durch die Paragrafen §§ 21 Abs. 1 Nr. 2 StVG, Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 3 StVG, § 28 Abs. 2 VVG , § 3 bAKB , und § 130 OWiG gesetzlich vorgeschrieben. Um sich vor bösen Überraschungen zu schützen, sollte die Führerscheinkontrolle mindestens zweimal jährlich durchgeführt werden - und zwar nachweislich mit einem sicheren System. Bei Versäumnis drohen nicht nur zivilrechtliche sondern auch strafrechtliche Konsequenzen wie Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr und Haftungsausschluss der Kasko-Versicherung. Um sich als Fuhrparkverantwortlicher nicht strafbar zu machen, muss die Führerscheinkontrolle in Form eines sicheren Verfahrens durchgeführt und lückenlos dokumentiert werden (ein lapidares „Zeigen Sie mal“ reicht nicht aus), was immer noch in Papierform zum handschriftlichen Ausfüllen oder elektronisch möglich ist. In den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union werden heute noch rund 110 verschiedene Führerscheindokumente in der Tasche getragen – ob geklaut oder gefälscht ist kaum erkennbar. Erst ein Internationaler Führerschein mit integriertem Chip in Kreditkartenformat verbessert Daten- und Fälschungssicherheit. Barcodes, Magnetstreifen, kontaktbehaftete und kontaktlose Chips (RFID) stehen als technische Möglichkeit eines maschinenlesbaren Führerscheins zur Verfügung, letztgenanntes erweist sich im Moment als Mittel der Wahl, das von etlichen Anbietern auf dem Markt angeboten wird. 

EuroShell bietet beispielsweise eine Kooperation mit Lap ID, bei der das offizielle und vom Bundesministerium für Verkehr genehmigte Lap ID-Siegel zusammen mit einer zugewiesenen Siegelnummer auf dem Führerschein des Fahrers angebracht wird. Erhält der Fahrer eine SMS zur Prüfung der Fahrerlaubnis, kann er diese direkt an der nächsten Shell-Tankstelle vornehmen lassen, wo Siegelnummer und Fahrerdaten zusammengebracht werden. 

Das mittels RFID-Chip funktionierende System erfüllt auch die hohen Ansprüche der Versicherer, denn es ist fälschungssicher und verwendbar für alle Führerscheinarten. Bei Entfernung wird das Siegel zerstört und macht damit Manipulationen unmöglich. Diese elektronische Art der Führerscheinkontrolle kann vom Fuhrparkmanager jederzeit und so oft wie gewünscht durchgeführt werden.  

Telematik, der Verschmelzung von Telekommunikation und Informatik, bestimmt zu großen Teilen den Alltag von Fuhrparkmanagern, denn durch Telematik wird umsichtiges Fahren von der Kfz-Versicherung  mit finanziellen Anreizen belohnt. Möglich wird die Überwachung des Fahrstils durch eine Box im Fahrerraum, einem Stick im Zigarettenanzünder oder einer installierten App auf dem Smartphone des Fahrers, bei der jeweils Daten zur Geschwindigkeit, zum Beschleunigen und Bremsen, zu Pausen und Auszeiten an den Versicherer übertragen werden. Bei umsichtiger  Fahrweise locken Rabatte – ein wichtiger Kostenfaktor für den Manager. Doch auch Kurvenverhalten, Nachtfahrten und Straßentyp fließen in die Bewertung ein.

Fahrtenbücher sind nicht nur für das Finanzamt von Interesse, auch Flottenmanager behalten damit den Überblick. Was früher zeitraubend nach jeder einzelnen Fahrt von Hand eingetragen werden musste, wird mittlerweile überwiegend elektronisch mittels GPS Ortung abgewickelt.

Mit elektronischen Fahrtenbüchern lassen sich Datum, Start und Ziel problemlos erfassen und automatisch dokumentieren. Wichtig für Fuhrparkmanager: Eine App auf dem Smartphone reicht dazu nicht aus, nötig ist der Einbau einer speziellen GPS Hardware, die alle relevanten Daten der Fahrt aufzeichnet. Damit werden sämtliche Fahrzeugbewegungen  protokolliert, auch die Standzeiten mit laufendem Motor. Den Fahrern erleichtert der Einbau ihren Job, denn keine Fahrt kann nach langer Schicht vergessen oder fehlerhaft eingetragen werden. Auch dem Fuhrparkmanager erleichtert der Einbau seinen Tagesablauf, denn er kann die Fahrtkosten genau ermitteln und gegebenenfalls Sparpotential erkennen. Nicht zuletzt erleichtert das elektronische Fahrtenbuch die Steuererklärung, denn sie liefert dem Finanzamt eine durchgängige Dokumentation sämtlicher zurückgelegter Kilometer der gesamten Flotte – fälschungssicher und einfach nachprüfbar.

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Journalist

Katja Deutsch

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