European Media Partner
Frank Thelen, Gründer, Unternehmer, Speaker und Autor DIGITALISIERUNG

Disruptive Innovation ist keine Bedrohung

Der Unternehmer, Investor und Autor des Spiegel-Bestsellers „10xDNA“ Frank Thelen ist überzeugt davon, dass die Digitalisierung erst ein Anfang ist.

Es ist ja noch Zukunftsmusik. Aber wie könnte ein effizienter Quantencomputer mit seinen Qubits gerade die Digitalisierung im Mittelstand revolutionieren?

So funktioniert das leider nicht. Damit unser Mittelstand zukünftig Quantencomputer für sich nutzen kann, muss die binäre Digitalisierung erst einmal vollumfänglich stattgefunden haben. Der entscheidende Vorteil von Quantencomputern gegenüber normalen und Supercomputern ist, dass die Qubits im Gegensatz zu den Bits nicht nur die beiden Zustände 0 und 1, sondern unendlich viele Zwischenzustände parallel abbilden können. Ganz vereinfacht bedeutet das, dass wir mit Quantencomputern zukünftig unendlich viele Zustände zeitgleich simulieren können. Das wird unter anderem in der Routenoptimierung und Verkehrsplanung zu revolutionären Anwendungen führen. Um diese und andere Chancen nutzen zu können, müssen wir aber erstmal unsere jetzigen Prozesse digitalisieren, um genügend Daten zu generieren. Deshalb ist es so entscheidend, dass wir die Digitalisierung jetzt mutig und konsequent vorantreiben, wenn wir in Zukunft nicht den Anschluss verlieren wollen.

Warum ist die unzureichende Digitalisierung in unserem Land ein so großes Hindernis für die Zukunft des Mittelstands?

Wie am Beispiel des Quantencomputers bereits beschrieben, starten wir mit einem erheblichen Nachteil in die Zukunft, wenn wir unseren Mittelstand jetzt nicht konsequent digitalisieren. Denn die nächste technologische Innovationswelle basiert zu 100 % auf Daten und setzt somit eine um 360 Grad digitalisierte Umgebung voraus. 

Durch Technologien wie Künstliche Intelligenz, Internet of Things und Roboter werden unsere Unternehmen zukünftig deutlich effizienter und ressourcensparender agieren können. Allerdings nur, wenn sie sich vorher digitalisiert haben.

Warum fordern Sie mehr Flexibilität und Bereitschaft zu disruptiven Innovationen?

Ich bin überzeugt davon, dass durch die nächste Welle an Technologien (Künstliche Intelligenz, 5G, IoT, 3D-Druck, Quanten-computer und Co.) beinahe jede Branche durch disruptive Innovationen umgewälzt wird. Anders als die meisten sehe ich dies aber nicht als Bedrohung, sondern als Chance. Technologie ist in meinen Augen unsere größte Chance, unseren Planeten zu erhalten und ein nachhaltigeres, ressourcenschonenderes Leben zu führen, ohne auf unseren jetzigen Lebensstandard verzichten zu müssen. Zudem steht außer Frage, dass diese Disruptionen früher oder später kommen werden. Die Frage ist, ob wir sie hierzulande entwickeln, oder ob wir zusehen, wie die USA und China ihre Marktmacht immer weiter ausbauen und letztlich auch noch unseren Mittel-stand umkrempeln. Ich wünsche mir ein wirtschaftlich starkes, zukunftsfähiges Deutschland und Europa. Das können wir in meinen Augen nur erreichen, wenn wir wieder offen für Veränderung werden und Innovationen mutig vorantreiben.

Fakten

Wir leben in einer Zeit ungeheurer Umwälzungen. Die alles andere als befriedigende Digitalisierung in unserem Land ist nur ein erster, aber zwingend notwendiger Schritt, um mit Supercomputern, Künstlicher Intelligenz, Robotik und vielem mehr die Entwicklung unserer Welt zu revolutionieren.

Teile diesen Artikel

Journalist

Theo Hoffmann

Weitere Artikel