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Laut Thelen hat heutzutage jedes Unternehmen die Möglichkeit, digital zu arbeiten. UNTERNEHMERTUM

Digitalisierung bietet Schutz vor Krisen

„Mittelständler, die in digitale Lö-sungen investieren, helfen damit, ihre Zukunft zu sichern. Die ersten Schritte sind nicht schwer“, sagt Frank Thelen.

Die Starthilfe für die Digitalisierung war  einer der größten, positiven Nebeneffekte der Pandemie.

Frank Thelen, Gründer, Unternehmer, Speaker und Buchautor; Foto: eyecatchme photography

Die Pandemie hat der Digitalisierung des Mittelstandes einen großen Schub gegeben. Viele Mittelständler, die noch nicht sehr weit waren, mussten Hals über Kopf digitalisieren. Wird sich diese Entwicklung verstetigen? 

Das hoffe ich sehr! Die Starthilfe für die Digitalisierung war einer der größten, positiven Nebeneffekte der Pandemie. Wir sollten unbedingt dafür sorgen, dass sich diese Bewegung fortsetzt. Nur so können wir unser Land und unseren Mittelstand zukunftsfähig machen. 

Ist die Digitalisierung gewissermaßen eine Wunderwaffe gegen weitere  Krisen? 

Sie ist auf jeden Fall eine wichtige Basis für besseres Krisenmanagement. Wären unsere Städte und unser Gesundheitsministerium schon vor der Pandemie ausreichend digitalisiert gewesen, hätten wir die Kontaktnachverfolgung viel effizienter und sicherer aufsetzen und wahrscheinlich viele Infektionsketten unterbrechen können. Es werden in Zukunft neben weiteren Pandemien auch noch andere, unvorhergesehene Herausforderungen wie das Hochwasser im vergangenen Juli auf uns zu kommen. Digitale Prozesse und Daten können dabei helfen, hierauf intelligenter und vor allem faktenbasiert zu reagieren. Ich bin überzeugt: Wenn wir unser Land vollumfänglich digitalisieren, sind wir für kommende Krisen jeglicher Form besser gewappnet. 

Gerade kleine Mittelständler taten und tun sich noch immer schwer. Wo können sie sich Hilfe holen? 

Das Internet bietet nahezu endlose Möglichkeiten, sich über das Thema Digitalisierung und die bestehenden Möglichkeiten zu informieren und viele Tools für digitale Unternehmensprozesse haben eine kostenlose Testversion oder günstige Tarife für kleinere Firmen. Wirklich jeder, der den Willen und die Passion hat, kann noch heute anfangen, sein Unternehmen zu digitalisieren. 

Zunächst einmal sind Investitionen nötig. Welche Rolle spielt der Kostenfaktor? 

Investitionen in digitale Lösungen sind Investitionen in die Zukunft. Langfristig können hierdurch Prozesse automatisiert und somit Kosten gespart werden. Mitarbeiter können die Zeit, die sie aktuell auf manuelle, repetitive Aufgaben verwenden, in wertstiftendere Bereiche stecken. Wer sich vor den Kosten der Digitalisierungen scheut, denkt in meinen Augen nicht weit genug. Zukünftig wird kein Unternehmen an der Digitalisierung vorbeikommen – je früher wir loslegen, desto früher profitieren wir von den vielen Vorteilen. Zusätzlich haben die Bundesregierung und die einzelnen Länder Förderprogramme aufgesetzt, hier muss im Einzelfall geprüft werden, ob ein Programm genutzt werden kann. 

Stichwort IT-Sicherheit: Ist sie bei vielen Unternehmen noch das Stiefkind der Digitalisierung und warnen Sie davor, sie stiefmütterlich zu behandeln? 

IT-Sicherheit ist in Deutschland ein sehr sensibles Thema. Mich ärgert diese unreflektierte Angst vor Daten. Es ist technisch möglich, Prozesse sauber und datenschutzkonform abzubilden. Auch hier braucht es lediglich einen technologie-offenen Umgang in den Unter-nehmen und die Bereitschaft, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es ist wirklich keine Raketenwissenschaft. 

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Journalist

Armin Fuhrer

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