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Christina Jensen-Dankowsky, Tierärztin FAMILIE & VORSORGE

Haustiere, die auch für Allergiker geeignet sind

Tierhaare in der ganzen Wohnung, auf dem Fußboden, an den Wänden, auf Kissen und Decken. Für den Tierfreund kein Problem – doch krank machend für den, der eine Tierhaar-Allergie hat.    

10% der Bevölkerung leiden unter einer allergischen Sensibilisierung auf Tiere. Wer sich nicht sicher ist, ob eine Tierallergie besteht, für den ist es sicherlich hilfreich, vor der Anschaffung eines Tieres einen Allergietest zu machen. 

Haustiere sind in Deutschland sehr beliebt. Erhebungen des Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) zufolge, stieg die Anzahl der in deutschen Haushalten lebenden Tiere im Jahr 2017 auf über 34 Millionen an. Dabei sind Katzen, mit knapp 14 Millionen, und Hunde, rund 9 Millionen, die beliebtesten Vierbeiner.

Doch gibt es wahre Tierfreunde, die unter einer Tierhaar-Allergie leiden. „10% der Bevölkerung leiden unter einer allergischen Sensibilisierung auf Tiere. Am häufigsten findet man Reaktionen auf Hunde, Katzen und Pferde,“ erklärt die Tierärztin, Christina Jensen-Dankowsky und weiter: „Die Allergien werden nicht nur durch das Tierhaar, sondern auch durch Speichel und andere Körpersekrete, sowie durch Stachel und Schuppen ausgelöst.“ Bei engem Kontakt mit dem Tier kommt es beim Allergiker zu juckenden und geschwollenen Augen, Niesreiz und laufender Nase, im schlimmsten Fall kann auch eine Atemnot entstehen. Zudem können aber auch Ekzeme, Hautrötungen und Schwellungen auf der Haut auftreten. Trotz bekannter Allergie kann der Wunsch nach einem Haustier dennoch groß sein. Auch Kinder wünschen sich häufig einen tierischen Freund. Die Angst, das Kind könnte eine Tierhaar-Allergie entwickeln, veranlasst viele Eltern, lieber auf ein Haustier zu verzichten. Was viele jedoch nicht wissen: Es gibt Haustiere, die auch für Allergiker in Betracht kommen. „Ist der Wunsch nach dem Tier dennoch vorhanden, gibt es Rassen, die auch für Allergiker geeignet sind.

Bei den Hunden sind es der Bichon Frisé, Malteser, Pudel aber auch Havanesen und spanische bzw. portugiesische Wasserhunde. Seit einiger Zeit, gibt es auch sogenannte Hybridhunderassen, die durch Kreuzungen des Pudels mit, unter anderem Retrieverrassen, entstanden sind. Dort gibt es, wie beim Pudel, unterschiedliche Größen“, erläutert Christina Jensen-Dankowsky. Diese Hunderassen haben alle eins gemeinsam, sie haaren nicht oder nur sehr wenig.

Doch auch die Liebhaber der Samtpfoten müssen nicht auf eine Katze ganz verzichten. Denn auch hier gibt es Rassen, die wenig haaren. „Bei den Katzen gibt es viele Rassen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie nicht haaren oder nur wenig Haare verlieren. Zu diesen Rassen zählen unter anderem die German Rex, Cornish Rex, Sphinx, Sibirische Katze und auch die Bengal Katze,“ so die Tierärztin. Schmerzhaft ist es für Mensch und Tier, wenn sich kurze Zeit nach der Anschaffung des Tieres eine Allergie einstellt und das Tier wieder abgegeben werden muss. Deshalb rät die Tierärztin, Christina Jensen-Dankowsky: „Wer sich nicht sicher ist, ob eine Tierallergie besteht, für den ist es sicherlich hilfreich, vor der Anschaffung eines Tieres einen Allergietest zu machen. Denn man sollte nicht nach der Entscheidung, sich ein Tier anzuschaffen, es aus gesundheitlichen Gründen wieder abgeben müssen.“ Und wenn es nicht unbedingt eine Fellnase sein muss, bieten Terrarientiere, wie Reptilien, Amphibien, Wirbellose oder Insekten, aber auch ein Aquarium eine gute Alternative für Allergiker.

Fakten

1991 wurde das erste Tierhaarallergen, Fel d 1, identifiziert. Es ist das Hauptallergen der Katze (Fachbegriff: Felis domesticus) und wird von Talg-, Speichel-, und Analdrüsen hergestellt. Wenn die Katze sich putzt, verteilt sie das Allergen über ihr Fell. Alle Katzenarten produzieren dieses Allergen.    

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Journalist

Andrea Wernien

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