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Nachhaltig satt

Was für eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung von Hund und Katze zu beachten ist. Plus: Allergien nachhaltig entgegenwirken.

An der optimalen Ernährung für Hund und Katze scheiden sich die Geister. Es gibt Verfechter von Trocken- oder Nassfutter, von rohem Fleisch, von vegetarisch oder gar veganer Tiernahrung oder von selbst gekochten Rationen. Jede Fütterungsform hat ihre Vor- und Nachteile. Aus medizinischer Sicht ist die Art und Weise der Fütterung allerdings zweitrangig. Denn nicht die Fütterungsform, sondern eine ausgewogene, bedarfsgerechte Nährstoff-Zusammenstellung ist der wichtigste Aspekt einer gesunden Tiernernährung.

Wichtig ist, dass Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in ausreichender Menge und Qualität enthalten sind. Auch Unverträglichkeiten und Erkrankungen sowie Rasse, Alter und Gewicht sollten bei der Nahrungsauswahl berücksichtigt werden.

Viele Hunde- und Katzenhalter greifen aus Gründen der Praktikabilität auf Fertigfutter zurück. Alleinfuttermittel von guter Qualität (trocken oder nass) stellt die Versorgung mit allen benötigten Nährstoffen sicher, so dass keine Zusätze oder weitere Ernährungsbestandteile benötigt werden. Problematisch bei vielen Fertigfutterprodukten sind allerdings Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, Hunde und Katzen nicht lebenslang nur mit einem einzigen Alleinfuttermittel zu ernähren, da sonst die Gefahr einer Futterprägung bestünde.

Eine vegetarische Hundeernährung ist grundsätzlich möglich, wie sich aus wissenschaftlichen Feldstudien ableiten lässt. Über einen längeren Zeitraum sollte dies allerdings auf Basis eines wissenschaftlich erstellten Rationsplans erfolgen. Die Zusammensetzung des Futters sollte in jedem Fall ausgewogen sein. Ein zu viel an Milch und Eiern macht die Muskulatur schlaff. Eine dauerhafte vegane Hundeernährung betrachten viele Tierärzte als kritisch. Katzen dürfen auf keinen Fall vegetarisch ernährt werden. Sie sind auf die essentielle Amino- und Fettsäuren angewiesen, die nur in tierischem Protein beziehungsweise Fetten enthalten sind.

Allerdings mehren sich bei Hunden und Katzen Unverträglichkeitsreaktionen und Futtermittelallergien, häufig ausgelöst durch tierische Eiweiße aber auch durch Zusatzstoffe und bestimmte Getreidesorten. Die Symptome dafür sind vielfältig. Für eine Diagnose empfiehlt sich eine Eliminationsdiät über mindestens neun Wochen. Das tierische Eiweiß sollte in Zeit ausschließlich von einer Tierart stammen, die vorher nicht Bestandteil des Fertigfutters war. Und bei positiver Diagnose grundsätzlich vom Speiseplan eliminiert werden. Auch hypoallergenes Futter kann eine Alternative sein. Ein interessante Proteinquelle sind auch Insekten. Nicht nur für Allergiker, sondern als generelle Protein-Alternative. Neben hochwertigen Eiweißen enthalten Insekten eine Vielzahl an Mikronährstoffen und Vitaminen. Darüber hinaus sind Insekten als Futtermittel eine ökologisch nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Fleischproduktion. Bei ihrer „Produktion“ entstehen weniger Treibhausgase, der Boden wird nicht so sehr beansprucht und auch der Wasserverbrauch ist wesentlich geringer.

Fakten

Trockenfutter

Vorteile: Günstig, gut für Zähne, weniger Verpackungsmüll

Nachteile: Oftmals viel Getreide, Futtermilben-Risiko

Nassfutter

Vorteile: Viel Flüssigkeit, gern gefressen

Nachteile: Teurer, geruchsstärker, weniger haltbar

Barfen (rohes Fleisch + Gemüse)

Vorteile: frische Produkte, keine Füllstoffe

Nachteile: zeit- und kostenintensiv, Infektionsrisiken, erfordert Wissen über eine bedarfsdeckende Zusammenstellung

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Journalist

Kirsten Schwieger

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