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Schon die Rechtslage schreibt vor, dass Tiere im Auto gut gesichert sein müssen, denn sie gelten laut Straßenverkehrsordnung als Ladung. REISEN & ERLEBEN

Damit auch Bello sicher im Auto fährt

Wer seinen Hund im Auto transportiert, muss in puncto Sicherheit auf einiges achten. Denn ein Unfall kann fatale Folgen haben – für Hund und Mensch.

Viele Hundehalter verfrachten am Wochenende gerne ihren Hund ins Auto und fahren raus in die Natur, damit er dort mal so richtig unbeschwert herumtollen und Herrchen oder Frauchen sich nebenbei bei einem ausgedehnten Spaziergang entspannen kann. Und wenn es in den Urlaub geht, ist für viele Menschen gar keine Frage, dass Bello, Jackie, Woppel oder Berta natürlich mitkommen müssen. Aber Achtung: Egal, ob kurze Stadtfahrt oder Langstrecke über die Autobahn – das Thema Sicherheit sollte beim Hundetransport im Auto immer ganz großgeschrieben werden. Denn sonst drohen im Falle eines Unfalls Verletzungen oder Schlimmeres – und zwar nicht nur für das Tier, sondern auch für den Menschen.

Schon die Rechtslage schreibt vor, dass Tiere im Auto gut gesichert sein müssen, denn sie gelten laut Straßenverkehrsordnung als Ladung. Sitzt ein Hund völlig ungesichert auf dem Rück- oder gar Beifahrersitz, droht ein Bußgeld zwischen 35 und 75 Euro. Viel schlimmer können aber die Folgen sein, wenn es zu einem Crash kommt oder der Fahrer plötzlich scharfen bremsen muss. In diesem Fall kann es passieren, dass der Hund mit großer Geschwindigkeit nach vorne saust. Schon bei einem Aufprall mit 50 Kilometern pro Stunde kann ein Hund mit dem Dreißigfachen seines Körpergewichts nach vorne schießen. Ein Tier mit einem Eigengewicht von 20 Kilo entwickelt so die Durchschlagskraft von 600 Kilo. Und es gibt bedeutend schwerere Hunde.

Der Hund entwickelt sich also zum Geschoss und kann durch den Aufprall böse Verletzungen erleiden. Möglich ist zudem, dass auch der Fahrer in Mitleidenschaft gezogen wird, zum Beispiel, wenn das Tier auf ihn fällt oder es sich in Panik wild und unbeherrscht verhält, so dass der Fahrer die Kontrolle über das Auto verliert. Zu solch schlimmen Unfällen, die bittere Realität sind, muss es aber nicht kommen, denn es gibt eine Reihe von möglichen Schutzsystemen, damit Hund und Mensch sicherer fahren.

Dabei sollten Hundehalter bei den Schutzmaßnahmen auf insbesondere drei wichtige Punkte achten. Um Unfällen vorzubeugen, sollte das Transportsystem möglichst tierschutzkonform sein und die tierischen Bedürfnisse, wie die Temperatur und das Licht, berücksichtigen. So wird der Fahrer während der Fahrt weniger abgelenkt und kann seine Konzentration auf den Straßenverkehr und die Fahrzeugführung richten.

Der Hund darf nicht in der Lage dazu sein, dass System eigenmächtig zu verlassen – auch nicht in einer etwaigen Unfallsituation. Kommt es zu dieser, sollte der Hund schonend aufgefangen werden können und sicher am Platz gehalten werden.

Demnach stellen beispielsweise Transportboxen eine gute Möglichkeit da, um sicher mit dem Hund im Auto zu reisen. Große Boxen sollten quer zur Fahrtrichtung auf die Rückbank gestellt werden. Bei schweren Boxen ist allerdings die Handhabung etwas schwierig. Und erste Regel ist, dass das Tier sich in der Box wohlfühlt. Es muss also unbedingt vor Antritt der ersten Fahrt daran, am besten zuhause, gewöhnt werden. Bei diesen Transportboxen muss unbedingt beachtet werden, dass sie zusätzlich angegurtet oder mit der Ladefläche verschraubt werden, um die maximale Sicherheit zu gewährleisten. Eine Ausnahme sind die kleinen Boxen, welche im Fußraum zwischen Vordersitzen und Rückbank Platz finden.

Für kleinere Hunde eignet sich auch ein spezieller Gurt. Das angegurtete Tier kann nur so weit nach vorne geschleudert werden, wie die Gurtlänge es zulässt. Vorteilhaft ist laut ADAC-Experten eine möglichst kurze und beidseitige Fixierung. Der Halter sollte einen breiten und gut gepolsterten Gurt wählen, denn dadurch werden die Belastungen auf den Brustkorb des Tieres verringert. Gurte haben aber auch Nachteile, zum Beispiel kann das Tier bei einem heftigen Autocrash stark gegen die Vordersitzlehne geschleudert werden – für diese schlimmen Folgen reichen aber auch bereits Ausweichmanöver oder scharfe Bremsungen aus. Ebenso kann es den Fahrer stören, wenn es über einen zu großen Bewegungsfreiraum verfügt. Bei Haltegeschirren, die am Rücksitz befestigt werden, stellte sich während der Crashtests der ADAC-Experten die Gefahr heraus, dass die Karabinerverschlüsse brechen können.

Eine gute Möglichkeit, den Hund sicher unterzubringen, ist der Einbau eines stabilen Laderaumgitters, das vom Dachbereich bis zum Boden reicht. Diese Gitter müssen mit der Karosserie verschraubt werden, um den Hund auffangen zu können – trotzdem wird vor allem der Mensch geschützt, da der Hund eben gegen das Gitter prallt. Aus diesem Grunde, der Stabilität, sind Netze auch beim ADAC nicht gern gesehen.

Insgesamt, so das Urteil der ADAC-Experten, sind Transportboxen im Fußraum der Rücksitze oder im Laderaum direkt hinter den Sitzlehnen die besten Lösungen für den Menschen, da es belastbare Prüfverfahren für das Wohlergehen des Hundes noch nicht gibt.

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Journalist

Armin Fuhrer

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