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Der Einsatz digitaler Methoden kann zu einer Effizienzsteigerung beitragen. HAUSBAU & ENTWICKLUNG

„BIM trägt zur Effizienzsteigerung bei.“

Arbeiten am digitalen Modell setzt sich durch. Dafür müssen die Mitarbeiter geschult werden, sagt Jan Tulke, Geschäftsführer der planen-bauen 4.0 GmbH.

Ein einzelnes Unternehmen kann seine BIM-Nutzung allein nur begrenzt vorantreiben.

Dr. Jan Tulke, Geschäftsführer,  planen-bauen 4.0 GmbH; Foto: www.duu.photo

Wie weit hat sich BIM in der Baubranche, bei Architekten und Handwerkern schon durchgesetzt?

Immer mehr Unternehmen fangen an, modellbasiert für die eigene interne Nutzung zu arbeiten. Neue Technologien und Werkzeuge bieten hierzu vielfältige Möglichkeiten – nicht nur für die Planung, sondern auch für die Bauausführung und das Handwerk. Diejenigen, die begonnen haben, diese neue Methode in der Praxis zu erproben bestätigen, dass sich für sie Mehrwerte ergeben.

Eine einheitliche Vorgehensweise in einem Projekt über mehrere Beteiligten hinweg erfordert jedoch zu Beginn eine Abstimmung und Planung des BIM-Einsatzes, die meistens noch zu kurz kommt. 

Gibt es vielleicht Akteure, die die Kosten der Umstellung noch scheuen? 

Es geht nicht primär um etwaige Anschaffungskosten, sondern vielmehr um die Zeit und den Aufwand, welche nötig sind, um sich das neue Wissen anzueignen und ein Konzept für die interne Einführung im Unternehmen zu erarbeiten. Viele Unternehmer und Führungskräfte wissen schlicht nicht wie sie dieses Thema angehen sollen. Wenn sich im Unternehmen niemand mit BIM auskennt, gibt auch keiner die Richtung vor. Es wächst die Unsicherheit, sich in die falsche Richtung zu bewegen und Ressourcen und Investitionen falsch einzusetzen. 

Hinzu kommt, dass derzeit die Auftragsbücher bei den meisten Marktteilnehmern voll sind und der Fokus eher darauf liegt, ausreichend Ressourcen bereitzustellen, um möglichst viele Projekte abzuwickeln, als sich mit der langfristigen Prozessoptimierung zu befassen. Dabei kann doch gerade der Einsatz digitaler Methoden zu einer Effizienzsteigerung beitragen. 

Wie wichtig ist zum Beispiel, die Mitarbeiter zu schulen?

Weiterbildung ist tatsächlich ein wich-tiger Baustein für die Digitalisierung des Bauwesens. Aber BIM ist ein Innovationsthema, das unternehmensspezifisch intern kontinuierlich und strategisch vorangetrieben werden muss. Daher benötigt es mehr als reine Wissensvermittlung und Softwareschulung. Hierzu braucht es motivierte Mitarbeiter, die den Freiraum im Unternehmen bekommen Neues auszuprobieren und ihre Ideen einzubringen. Daher ist es wichtig, im Unternehmen Eigeninitiative zu fördern und diese von der Unternehmensleitung auch strategisch einzufordern. 

Stellt auch ein Problem dar, dass einige Akteure schon mit BIM arbeiten, während andere noch Fax-Geräte verwenden?

Ja, definitiv. Ein einzelnes Unternehmen kann seine BIM-Nutzung allein nur begrenzt vorantreiben, weil es Schnitt-stellen zu anderen Projektpartnern und Lieferanten gibt oder weil bestehende Regularien papierbasierte Dokumente verlangen. Um das zu überwinden, bedarf es am Projektstart sorgfältige Abstimmung und Planung des BIM-Einsatzes mit allen Beteiligten. 

Der Staat tritt als Förderer von BIM auf. Ergibt das Sinn?

Ja, der öffentliche Bauherr hat mit seinem großen Bauvolumen eine große Strahlwirkung auf den Markt. Durch wiederholte Bauvorhaben in öffentlichen Projekten kann die BIM-Methode weiter-entwickelt und kontinuierlich ausdetailliert werden. Öffentliche Auftraggeber erarbeiten dabei konkrete Vorgaben und geben den Unternehmen somit Orientierung, welche ihnen den Einstieg in dieses Thema erleichtert. 

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Journalist

Armin Fuhrer

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