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Verhütung: Pille, Spirale oder Kondom?

Ob mit oder ohne Hormone: Es gibt viele unterschiedliche Methoden, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen.

Jede zehnte Frau leidet unter Depressionen als Nebenwirkung von Pille, Hormonspirale & Co.

Pille, Dreimonatsspritze, Hormonimplantat, Spirale, Kondom, Verhütungspflaster, Vaginalring oder einfach „nein“ sagen: Die Liste der Verhütungsmittel ist lang. Doch es gibt keine Verhütungsmethode, die rundum optimal und für jede Frau geeignet ist. Persönliche Wünsche, die eigene Lebenslage, Partnerschaft, Gesundheit – all diese Faktoren beeinflussen die Wahl der individuell am besten geeigneten Methode.

Weil sie sicher und bequem sind und sexuelle Freiheit ermöglichen, greifen viele Frauen auf hormonelle Verhütungsmethoden zurück. Laut einer Umfrage der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK nehmen knapp 40 Prozent der 18- bis 34-jährigen Frauen die Antibabypille ein. Bei den 35- bis 45-Jährigen sind es noch 18 Prozent. Die Hormonspirale hingegen erfreut sich weniger Beliebtheit: Nur drei Prozent greifen aktuell bei der Verhütung darauf zurück. Die Umfrage zeigt aber auch, dass jede zehnte Frau unter Depressionen als Nebenwirkung von Pille, Hormonspirale & Co leidet. Weitere häufige Nebenwirkungen: Gewichtszunahme, Kopfschmerzen/Migräne und sexuelle Unlust.

Alternativ zur hormonellen Verhütung – ob durch Pille, Dreimonatsspritze, Hormonspirale, Vaginalring oder Verhütungspflaster – stehen bei vielen Frauen Kondom, Diaphragma und Kupferspirale (Intrauterinpessar) hoch im Kurs. Die Spirale, die in die Gebärmutter eingesetzt wird, hat den Vorteil, dass Paare sich lange Zeit nicht um die Verhütung kümmern müssen. Denn moderne Spiralen müssen nur alle fünf bis zehn Jahre gewechselt werden. Zudem empfinden es viele Frauen als angenehm, dass sie nicht auf ihren natürlichen Zyklus verzichten müssen. Die Kupferkette ist ebenfalls ein hormonfreies und sicheres Verhütungsmittel. In ihrer Wirkweise ähnelt sie der Kupferspirale, allerdings muss sie nach etwa fünf Jahren aus der Gebärmutter entfernt werden.

Ob ein Diaphragma zuverlässig schützt, hängt davon ab, ob der mit Silikon überspannte flexible Federring sorgfältig angepasst wurde und die Frau ihn vor dem Sex richtig einsetzt. Die „Versagerrate“ bei perfekter Anwendung beträgt immerhin 6 bis 14 Prozent.

Sehr unsichere Verhütungsmethoden sind der Coitus interruptus, also der unterbrochene Geschlechtsverkehr, und die Knaus-Ogino-Methode, bei der die fruchtbare Zeit rechnerisch ermittelt wird.

Für Frauen, die in absehbarer Zeit schwanger werden wollen, bieten sich Methoden an, die rasch und einfach beendet werden können. Haben Frauen hormonell verhütet, kann es einige Monate dauern, bis ihr Körper wieder im „Normalmodus“ ist und der Eisprung regelmäßig stattfindet. Um eine passende Verhütungsmethode zu finden, hilft der Austausch mit anderen. Das können Freundinnen, Kolleginnen oder Angehörige sein, die bereits Erfahrungen mit einer bestimmten Methode gemacht haben. Kompetente, sachliche Informationen erteilen Ärzte oder Beratungsstellen. Je nach Alter und medizinischer Vorgeschichte der Frau und ihres Partners gilt aus medizinischer Sicht durchschnittlich ein Jahr als „normale“ Wartezeit auf eine Schwangerschaft. Gibt es Anzeichen dafür, dass die Fortpflanzungsorgane etwa infolge von hormonellen Problemen, Infektionen oder Operationen, geschädigt sind, kann es sinnvoll sein, sich vor Ablauf eines Jahres ärztlich untersuchen zu lassen. 

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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