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Prof. Dr. Wolfgang Janni, Direktor der Ulmer Universitätsfrauenklinik und Prof. Dr. med. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums der Universität München FAMILIE & VORSORGE

Vorsorge kann Frauenleben retten

Mit zunehmendem Alter steigt bei Frauen das Risiko von Brust- oder Eierstockkrebs. Vorsorge und eine gesunde Lebensweise haben deshalb oberste Prio.

Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist Brustkrebs: Weltweit erkranken jährlich 1,5 Millionen Frauen am Mammakarzinom. Allein in Deutschland sterben laut Robert Koch-Institut (RKI) jährlich etwa 17.000 Frauen an dieser Krebsart. Dabei ist Brustkrebs in vielen Fällen heilbar - die Heilungschancen sind umso höher, je früher der Krebs entdeckt wird. Neben Tumor-Stadium, -Art und Entartungsgrad hängen die Heilungschancen auch vom Alter der Patientin ab. 

Früherkennung beziehungsweise Vorsorge sind also elementare Faktoren der Krebsbekämpfung. „Zur Brustkrebsfrüherkennung gehören die jährliche Tastuntersuchung beider Brüste und Achselhöhlen beim Frauenarzt ab dem 30. Lebensjahr genauso wie die Teilnahme am Mammographiescreening ab dem 50. Lebensjahr“, unterstreicht die Leiterin des Brustzentrums der Universität München, Prof. Dr. med. Nadia Harbeck. Denn ab dem 40. und besonders ab dem 50. Lebensjahr erhöht sich das Risiko einer Frau, an Brustkrebs zu erkranken. Neben dem Alter gibt es noch weitere Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine fettreiche Ernährung. Einen großen Risikofaktor stellt die Hormon-
ersatztherapie dar. So betont Harbeck diesbezüglich: „Generell gilt: Je kürzer die Einnahmedauer, desto besser für die Brustgesundheit.“ Bei auffälligem Befund ist auch die weitergehende bildgebende Abklärung mittels Ultraschall, Magnetresonanztomografie (MRT) oder auch eine Biopsie unabhängig vom Alter eine Kassenleistung. 

„Besteht ein familiäres Brust-Eierstockkrebsrisiko bietet dieses die Grundlage für weiterführende Untersuchungen, welche in diesem Fall auch von den Kassen übernommen werden“, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Janni, Direktor der Ulmer Universitätsfrauenklinik. So ist Eierstockkrebs zwar ein selten vorkommender Tumor, aber heimtückisch insofern, als dass er meist erst (zu) spät entdeckt wird. „Eine frühe Diagnose ist eher unwahrscheinlich, denn in frühen Stadien macht das Ovarialkarzinom meist keine Symptome. Zudem wäre eine bessere Evidenzbasis für die transvaginale Sonographie wünschenswert“, bedauert Janni. Allerdings nicht ohne hinzuzufügen: „Dennoch ist das regelmäßige Routinescreening mit Tastuntersuchung und Ultraschall die bestmögliche Vorsorge.“

Glücklicherweise ist nur ein Fünftel der Eierstocktumore bösartig. Die Wahrscheinlichkeit für einen bösartigen Tumor steigt allerdings mit zunehmendem Alter. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren. Bei Frauen unter 50 Jahren tritt diese Krebsart dagegen selten auf. Weitere Risikofaktoren neben dem Alter sind Übergewicht und Hormonersatztherapien. Risikomindernd sind dagegen die Einnahme der Anti-Baby-Pille, die Geburt von Kindern sowie das Stillen. Etwa jeder zehnte Eierstockkrebs ist auf die bereits erwähnte genetische Veranlagung zurückzuführen.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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