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Frauen sollten regelmäßig zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen

„Ein Ziel von Präventivmaßnahmen ist es, die besten Voraussetzungen zu schaffen, um die Lebensziele zu verwirklichen.“


Prof. Dr. Birgit Seelbach-Göbel, 2. Vizepräsidentin der DGGG e. V.

Frauengesundheit umfasst neben der eigentlichen physischen Gesundheit das psychische Wohlbefinden. Dazu muss sich die reale Situation weitgehend mit der individuellen Lebensplanung und den Erwartungen decken. 

Hierunter fallen Ansprüche an das eigene Aussehen und die Fitness sowie an die berufliche und soziale Zufriedenheit, vor allem in der Familie. Für viele Frauen steht der Kinderwunsch an oberster Stelle in ihrer Lebensplanung. Unsere derzeitigen sogenannten Lifestyle-Faktoren stehen nicht immer damit im Einklang. Ziel von Präventivmaßnahmen ist es, die besten Voraussetzungen zu schaffen, um die Lebensziele zu verwirklichen – ob es nun um die Familienplanung oder die Vermeidung von Krankheiten geht. Im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien sollen die gesetzlichen Vorsorge- und Screening-Untersuchungen, die Schwangere und ihre Kinder vor Erkrankungen und Entwicklungsstörungen schützen und im Rahmen der gynäkologischen Vorsorge stattfinden, Krankheiten frühzeitig erkennen helfen, sodass sie optimal behandelt werden können. 

Das beste Beispiel ist die Einführung des jährlich durchgeführten sogenannten Krebsabstriches vom Gebärmutterhals zu Beginn der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Dieser führte zu einer Halbierung der Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs. Ähnliche Erwartungen sind mit dem Mammographiescreening verknüpft. Je kleiner ein Tumor in der Brust ist, wenn er festgestellt wird, umso kleiner ist der operative Eingriff und umso größer sind in der Regel die Heilungschancen. 

Doch auch in den wenigen Fällen, bei denen die Brust entfernt werden muss, stehen rekonstruktive Verfahren zur Verfügung, die das Körperbild mit den eigenen Vorstellungen wieder in Einklang bringen. Heute wird der Krebsabstrich bei Frauen durch die Testung auf HPV-Viren ergänzt, die miteinander kombiniert alle drei Jahre bei Frauen über 35 Jahren vorgenommen werden. Darüber hinaus gibt es Impfstoffe gegen Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen. Die Empfehlung zur HPV-Impfung wurde jüngst auch auf Jungen ausgeweitet. Damit kann nicht nur das Risiko der Männer für Krebserkrankungen u. a. im Genitalbereich gesenkt, sondern auch die sexuelle Übertragung der Viren unterbunden werden. Diese Beispiele verdeutlichen, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen für den Erhalt der Gesundheit von Frauen sind.

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Journalist

Prof. Dr. Birgit Seelbach-Göbel,

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