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Erlebniswelt Wassersport

Jürgen Tracht, Geschätsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft BVWW

Wassersport liegt voll im Trend. Das belegen die jährlich steigenden Ausbildungszahlen sowohl im Beachsport- als auch im traditionellen Bootsbereich. Surfen in seinen verschiedenen Ausprägungen, Katamaran- und Jollensegeln, vor allem aber Stand-Up-Paddling (SUP) locken immer mehr Menschen von Strand auf das Wasser. Dabei hat SUP den großen Vorteil, dass es von jedermann, gleich welchen Alters und sportlichen Vermögens schnell und sicher zu erlernen ist. Ein weiterer Vorteil: Die kippstabilen und robusten Boards gibt es auch aufblasbar und passen klein zusammengerollt in jeden Kofferraum. Kein Wunder also, dass sich SUP zu der Trendsportart mit den höchsten Zuwachsraten entwickelt hat. Auch im traditionellen Bootsbereich nimmt das Interesse stetig zu. Haben 2008 noch rund 62.000 Personen den amtlichen Sportbootführerschein Binnen oder See abgelegt, sind es aktuell bereits rund 90.000 pro Jahr. Dabei ist ein Führerschein nicht unbedingt Pflicht. Bis zu einer Motorisierung von 15 PS (11,03 KW) bleibt das Vergnügen auf den deutschen Bundeswasserstraßen (Ausnahme ist der Rhein) und an der Küste führerscheinfrei. Diese Motorisierung reicht, um eine kleine Yacht bis zu einer Länge von ca. 8,50 m sicher zu manövrieren und ist geräumig genug, um eine junge Familie mit 2 Kindern zu beherbergen. Den größten Teil der jährlichen Führerscheinabsolventen zieht es zwar auf das Wasser, nicht aber zwingend auf ein eigenes Boot. Die Devise „Nutzen statt Besitzen“ h.lt auch im Bootsbereich Einzug. Entsprechend umfassend ist das Angebot an Charteryachten. Gleich, ob im Binnen- oder Seebereich, in Deutschland oder weltweit, das Angebot an Segel-, Motoryachten und Hausbooten ist breit gefächert. Die Preise variieren je nach Bootstyp, Ausstattung, Fahrtgebiet und Saison. Ein Hausboot für 4 Personen gibt es etwa ab 700 Euro/Woche. Nach oben hin sind naturgemäß wenig Grenzen gesetzt.

Trotz der komfortablen Situation, in der sich die Branche befindet, muss sie sich dauerhaft um Nachwuchs bemühen. Schließlich befindet sich die Branche im Wettbewerb mit vielen anderen Freizeitaktivitäten. Seit einigen Jahren findet die bundesweite Kampagne für den Bootssport START BOATING statt. An mehreren Wochenenden im Jahr haben Bootsnovizen die Möglichkeit, den Bootssport auf einer Segel- oder Motoryacht unter Anleitung von kompetenten Instruktoren kostenfrei auszuprobieren und das Ruder einmal selbst in die Hand zu nehmen. 10.000 Interessierte haben in den letzten 3 Jahren davon Gebrauch gemacht - und waren begeistert. Im Mai 2019 startet die Kampagne in die nächste Runde. Anmeldungen sind ab April online unter www.start-boating.de möglich.

Sorgenkind der Branche ist der akute Fachkräftemangel. Nach einer Umfrage des Verbandes können 10-15% der Arbeitsplätze aktuell nicht mit qualifiziertem Personal besetzt werden. Ein Grund dürfte sein, dass die Branche als Arbeitgeber in der Öffentlichkeit eher wenig bekannt ist. Das soll sich in Zukunft ändern. Im Rahmen einer breit angelegten PR Kampagne sollen die Vorzüge der Branche und ihr vielfältiges Arbeitsplatzangebot besser kommuniziert werden. Alle Informationen über die Branche und ihre Jobangebote finden Interessenten ab sofort unter www.bootsjobs.de.

Jürgen Tracht,

Geschätsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft BVWW


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Journalist

Jürgen Tracht

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