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Was sind die aktuellen Trends der digitalen Infrastruktur?

Michael Pfefferle, Bereichsleiter Smart City & Smart Region, Bitkom e.V.; Foto: Presse

Hamburg, München, Köln – geht es um die Digitalisierung in Städten, denken wir in Deutschland an die großen Metropolen. Dennoch leben rund 42 Millionen Menschen in ländlichen Regionen – das ist immerhin die Hälfte der Bundesbürgerinnen und Bürger. Und durch die Corona-Krise haben viele Bürgerinnen und Bürger den ländlichen Raum für sich wiederentdeckt, weil dort Homeoffice ebenso möglich ist wie im Szenebezirk. Sie leben dort, wo Bus und Bahn im Stunden- und nicht im 5-Minuten-Takt fahren – wenn es sie denn überhaupt gibt. Dabei bietet die Digitalisierung besonders für den ländlichen Raum gigantische Entwicklungschancen. Genutzt werden diese Möglichkeiten eher zaghaft, aber zumindest immer öfter. Bundesweit machen viele Projekte von sich reden: Landkreise schaffen Mobilitätsplattformen für On-Demand-Shuttle und ersetzen damit unattraktive Ruftaxis, digitale Rathäuser ermöglichen Anträge online, und über Bundesländer hinweg testen Landkreise Telemedizinangebote. Die Erfahrungen zeigen: Das Digitale muss künftig ins Zentrum der Stadt- und Regionalentwicklung rücken. Denn digitale Angebote erhöhen die Lebensqualität – in der Stadt, aber insbesondere auch auf dem Land.

Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V.; Foto: Presse

Die fortschreitende Digitalisierung lässt zahlreiche innovative Geschäftsmodelle mit großen Potenzialen für lebenswertere Städte entstehen, zeigt unsere aktuelle Studie „Der Smart-City-Markt in Deutschland, 2021-2026“ von eco und Arthur D. Little. Leistungsfähige und vor allem auch sichere digitale Infrastrukturen sind eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Smart City Ökosystem. Rechenzentren spielen hier eine aktuell häufig noch übersehene Schlüsselrolle. Rechenzentren hierzulande zählen im weltweiten Vergleich zu den energieeffizientesten. Ihr Energieverbrauch ist in den vergangenen zehn Jahren pro Recheneinheit um das zehnfache gesunken. Bereits seit fünf Jahren sind die CO2-Emissionen europäischer Data Center rückläufig. Eine politische Förderung der Nutzung der in Rechenzentren entstehenden Abwärme und deren smarte Einbindung in Stadtplanung und kommunale Wärmeversorgungskonzepte könnte die Energiebilanz von Rechenzentren und Städten weiter verbessern. Damit bildet die Branche einen zentralen Baustein für die nachhaltige und klimafreundliche Smart City. Auch die europäische Cloud und Dateninfrastruktur GAIA-X dürfte sich bald schon auch für Städte und Kommunen zur wichtigen Grundlage für erfolgreiche Smart-City-Plattformen entwickeln.

Download der Studie kostenfrei unter go.eco.de/SmartCity

Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM e. V.; Foto: Presse

Wie wichtig starke Telekommunikationsnetze für Gesellschaft und Wirtschaft und damit auch für die Städte sind, haben wir spätestens seit der Corona-Pandemie mit Homeoffice, Homeschooling, Entertainment etc. gesehen. Die Digitalisierung hat mittlerweile alle Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsbereiche erreicht. Angebote zum Beispiel im Bereich Bildung, E-Government, E-Health oder auch smarte Dienste zum Energiesparen werden für die Bürgerinnen und Bürgern immer relevanter werden. Der Ausbau von Gigabit-Netzen als Enabler der Digitalisierung ist von enormer Bedeutung. Mehr als 60 Prozent der Haushalte können heutzutage einen Gigabit-Anschluss per Glasfaser oder Kabel DOCSIS 3.1 nutzen. Dennoch gibt es noch jede Menge zu tun, damit bei der Digitalisierung die erforderlichen Fortschritte erreicht werden können. Daher hat die TK-Branche vor der Bundestagswahl einen dringenden Appell an die künftige Bundesregierung gerichtet, die bestehende Dynamik beim Gigabit-Ausbau zu unterstützen. Notwendig sind stabile Rahmenbedingungen, die dem Prinzip „Privat vor Staat“ folgen, realistische Ausbauziele mit klaren Prioritäten und ein gemeinsames Handeln von Privatwirtschaft und Politik. Und in besonders entlegenen Lagen muss es Unterstützung für kurzfristig umsetzbare Zwischenlösungen via Satellit oder Funk geben.

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Journalist

Katja Deutsch

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