European Media Partner
Dr. Franz Steinle, Präsident Deutscher Skiverband AKTIVITÄTEN

Wintersport als treibende Kraft

3 bis 99 gilt heutzutage nicht nur für die Altersangabe von Gesellschaftspielen, sondern auch fürs Skifahren. So mancher „Pistencrack “ entpuppt sich beim Abziehen von Helm und Skibrille nicht wie erwartet als junger Hüpfer, sondern als strahlender weißhaariger Mitsechziger. Auf der Skipiste zählt man heute mit 60 noch lange nicht zum alten Eisen. Skifahren ist ein Sport für Jedermann – ob männlich, weiblich, jung oder alt. Auf und abseits der präparierten Skipisten wird deutlich, dass Skifahrer jeglichen Alters mit großer Begeisterung und Spaß bei der Sache sind. Nochmals untermauert wird dies, wenn man den Blick in die Langlauf-Loipen oder zu den Skitouren-Gehern richtet.

„Wintersport ist über etliche Jahrzehnte zu einer treibenden Kraft vieler Gesellschaften in Deutschland geworden: ein Markt, eine Bewegung, für viele ein Teil des Lebens“, fasst Prof. Ralf Roth von der Deutschen Sporthochschule Köln in der Nationalen Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 2018 dies treffend zusammen. „Die Anziehungskraft der schneebasierten Wintersportaktivitäten befindet sich in einem stabilen Hoch“, konstatiert die Studie, „gekennzeichnet durch Verschiebungen im Sportartenspektrum und Variabilität im Reiseverhalten in Abhängigkeit von den aktuellen Rahmenbedingungen.“

Eben diese Rahmenbedingungen waren in der vergangenen Saison so gut wie seit einigen Jahren nicht. Ein früh einsetzender Winter, Schneefall bis in die Niederungen und kalte Temperaturen sorgten für strahlende Gesichter bei allen Winter-Liebhabern, in der Tourismus-Branche, im Sportfachhandel sowie bei den Vereinen und Verbänden. Ski und Rodel gut war allenthalben zu hören und weiße Weihnachten in den Bergregionen sorgten für richtig winterliche Stimmung.

Und genau dieses Erlebnis, das viel zitierte „WinterWonderland“ ist es, das wir neben Ruhe, Entschleunigung und sportlichen Aktivitäten im Wintersport suchen – und finden. „Wintersport überwindet Grenzen, ist vielfältig und einzigartig zugleich. Er ist Kulturgut, vermittelt Lebensfreude und Werte wie Toleranz und Freundschaft. Er erfüllt gesellschaftspolitische Aufgaben der Gegenwart. Vor allem tragen alpiner Skilauf, Snowboarden, Schneeschuhwandern, Skitouren und Skilanglauf zur Lebensqualität bei“, so Prof. Roth, der neben seiner Tätigkeit an der Deutschen Sporthochschule in Köln unter anderem auch Vorsitzender des Beirats für Umwelt und nachhaltige Skisportentwicklung des Deutschen Skiverbandes sowie Vorstandsmitglied der Stiftung Sicherheit im Skisport ist.

Damit dies so bleibt, und der Wintersport auch zukünftige Generationen in seinen Bann zieht, entwickeln alle Stakeholder immer wieder neue Konzepte, Angebote und Produkte. Kaufanreize um seine Skiausrüstung auf den neuesten Stand zu bringen gibt es daher auch in diesem Jahr wieder unzählige. Die Hersteller warten mit einer Vielzahl an Neuerungen und Innovationen auf. Sei es die neue GripWalk-Technologie im Schuh- und Bindungsbereich, die das Gehen mit den Skischuhen deutlich einfacher und sicherer macht, die Kombination von Natur- und Kunstfasern bei der Bekleidung, oder ebenso leichte wie Performance starke Ski-Modelle.

Das Ziel all dieser Bestrebungen ist klar: Den Spaß und die Begeisterung am Wintersport hoch halten – egal ob mit 3 oder 99 Jahren.

Teile diesen Artikel

Journalist

Dr. Franz Steinle

Weitere Artikel