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Zeit für Geschenke

Weihnachtszeit ist Geschenkezeit. Wir kennen das alle – schon zum Nikolausfest gibt es kleinere Geschenke und gut gefüllte Stiefel für Kinder, Familienangehörige und Freunde. Doch der 6. Dezember ist nur der Vorbote des wichtigsten Geschenkeanlasses in Deutschland: das Weihnachtsfest.

Foto: Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer HDE 

Kein Anlass beschert dem Einzelhandel mehr Umsätze als die Advents- und Weihnachtszeit. Die letzten Wochen des Jahres im November und Dezember sind der mit Abstand wichtigste Umsatzbringer für die Branche. 2018 setzten die Händler in den letzten beiden Monaten knapp 100 Milliarden Euro um. Die Umsätze liegen in den letzten beiden Monaten des Jahres um rund 15 Prozent, in einzelnen Branchen um bis zu 100 Prozent über dem Durchschnitt der anderen Monate. Der stationäre Handel erzielt rund ein Fünftel, der Internethandel gut ein Viertel seines Jahresumsatzes im November und Dezember. Jeder zehnte Einzelhändler stellt für das Weihnachtsgeschäft sogar zusätzliches Personal ein, um dem erhöhten Kunden- und Bestellaufkommen gerecht zu werden. Schließlich sollen alle Bestellungen und Geschenke rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum liegen.

Doch was schenken die Deutschen am häufigsten, was geht zu Weihnachten besonders oft über die Ladentheken? Eine vom Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützte Umfrage des ifes Instituts der FOM Hochschule zeigt, dass in den vergangenen Jahren Geschenkgutscheine besonders gefragt waren. Die meisten wollen wohl damit das Risiko vermeiden, mit einem Geschenk daneben zu liegen. Schwieriger ist das aber erfahrungsgemäß bei Geschenken für Kinder. Denn bei ihnen kommt eine Papier- oder Plastikkarte nicht so gut an. Für eine Bescherung mit glänzenden Kinderaugen muss das Feuerwehrauto einsatzbereit unter dem Weihnachtsbaum stehen. Deshalb liegt die Gutscheinquote im Spielwarenbereich deutlich niedriger als über alle Sortimente gesehen. Neben den Gutscheinen stehen traditionell Geschenke aus den Bereichen Kosmetik und Körperpflege sowie Bücher und Schreibwaren, Konzertkarten, Uhren, Schmuck und natürlich Spielwaren auf vielen Einkaufslisten ganz oben. Wie wichtig ein gelungenes Weihnachtsfest für viele von uns ist, zeigt auch die hohe Summe von rund 470 Euro, die im vergangenen Jahr durchschnittlich jeder Deutsche über zwölf Jahren für Weihnachtsgeschenke investieren wollte.

Damit es dann auch in der Nach-Weihnachtszeit möglichst harmonisch zugeht, sind die meisten Händler beim Umtausch von ungeliebten Geschenken und Fehlkäufen sehr kulant. Alle, die mit ihrem Geschenk nicht den Geschmack ihrer Liebsten treffen, können dann noch zwischen den Jahren eine Wiedergutmachung angehen. Allerdings besteht bei nicht schadhafter Ware kein Recht auf Umtausch, deshalb sollte bereits beim Kauf geklärt werden, ob ein späterer Umtausch tatsächlich möglich ist.

Insgesamt zeigen die Zahlen aber, dass die meisten Geschenke für Freude unter dem Weihnachtsbaum sorgen. So liegt die Umtauschquote unter fünf Prozent. Mit diesen guten Aussichten, wünsche ich uns allen entspannte Weihnachtseinkäufe, viele gelungene Geschenkideen und ein wunderschönes Weihnachtsfest.

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Journalist

Stefan Genth

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