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Logistik: Den Schritt in die Zukunft wagen

Die Logistik-Branche hängt bei der Digitalisierung weit hinterher und gefährdet damit ihre Zukunftschancen. Dabei bieten sich ihr viele Möglichkeiten.

Big Data und Vernetzung aller Komponenten sind die Zauberworte der Zukunft für die Logistik-Branche.

81 % der deutschen Logistik-Unternehmen arbeiten entweder oder nur zum Teil digital, 11 % glauben, dass die Digitalisierung für sie keine Rolle spielt. Und mehr als ein Drittel der Unternehmen haben keine ausreichend ausgebildeten Mitarbeiter. Diese Zahlen sind das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Befragung der Bundesvereinigung Logistik unter ihren Mitgliedsunternehmen. Dass auch im Jahr 2018 Papier und Telefon noch eine vorherrschende Rolle in der Branche spielen, gefährdet die Chancen der Unternehmen beträchtlich. Das gilt besonders für die Mittelständler. Großunternehmen sind dagegen auf dem Weg in die digitale Zukunft schon deutlich weiter.

Die Unternehmen, die sich schon auf digitale Technik stützen, haben längst erkannt, dass hier die Zukunft liegt. Wer nicht mitzieht, wird untergehen – da sind sich die Experten einig. Die Zurückhaltung verwundert, da die Digitalisierung unübersehbare Vorteile mit sich bringt: Arbeitsabläufe werden erleichtert und beschleunigt und können erheblich besser geplant werden. So können Fehlplanungen leichter vermieden und Kosten gespart werden.

Ein großer Vorteil ist beispielsweise die Fähigkeit, mithilfe intelligenter Technik Simulationen durchzuführen. Auf diese Weise können ganze Modelle entworfen werden. Sogar eine dreidimensionale Darstellung ist möglich. Gerade dieses Beispiel zeigt, wie einfach digitale Technik die Arbeit machen kann, zumal das Tool eine umständliche Programmierung aufgrund seiner einfachen Bedienungsoberfläche fast ganz unnötig macht.

Auch der Einsatz der Telematik bietet den Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, die die Arbeit erleichtern. Mit ihrer Hilfe können Routen geplant, die Flotten gemanagt, die Temperatur der Ladung überwacht oder der Lkw geortet werden. Nicht zu vergessen, dass die Entwicklung der nächsten Jahre klar in Richtung selbstfahrende Autos gehen wird – auch das ist eine Entwicklung, die für die Logistikbranche hochinteressant ist. Aber auch sie ist nur ein Stein im Mosaik, denn die selbstfahrende Lkw-Flotte wird eines Tages in nicht ferner Zukunft komplett mit dem sich selbst organisierenden Lager zusammenarbeiten – und zwar mit dem eigenen ebenso wie mit dem des Kunden.

Big Data und Vernetzung aller Komponenten sind die Zauberworte der Zukunft für die Logistik-Branche. Papier aber kann sich nicht verlinken und eine manuell betriebene Belieferung eines Kunden kann in Zukunft viel zu langsam vonstattengehen, zumal die Same-Day-Delivery schon heute immer beliebter wird. Und die Konkurrenz schläft nicht – wenn erst einmal 3D-Drucker flächendeckend zum Einsatz kommen, können komplette Datensätze vom Produzenten zum Kunden geschickt und vor Ort ausgedruckt werden.

Die Forcierung der Digitalisierung stellt übrigens auch eine gute Chance dar, dem Mangel an Fachkräften, über den viele kleine und mittelständische Unternehmen der Logistikbranche klagen, zu beheben. Denn junge Leute haben keine Lust, bei einem analogen Dinosaurier zu arbeiten, der ihnen keine zukunftsträchtigen Arbeitsplätze bieten kann. Die Fortbildung schon vorhandener Mitarbeiter wird trotzdem unumgänglich sein, wenn der Schritt in die digitale Zukunft gelingen soll.

Fakten

Die Digitalisierung ist in allen Bereich der Wirtschaft auf dem Vormarsch, aber ausgerechnet die Logistik-Branche hinkt hinterher. Dabei sind intelligente Lösungen eine Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu erleichtern und zu beschleunigen sowie Kosten zu senken.

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Journalist

Armin Fuhrer

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